Der Kern meiner Arbeit
Ich bin Praktikerin – aber eine, die verstehen will, was sie tut. Seit vielen Jahren arbeite ich mit Meditation und Energetik, und fast ebenso lange begleitet mich der Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen: Warum wirkt etwas? Wo liegen seine Grenzen? Und wie lässt es sich so erklären, dass du es in deinem eigenen Leben überprüfen kannst? Aus dieser Verbindung von Erfahrung und Nachdenken sind meine Bücher und meine geführten Meditationen entstanden.
Vieles von dem, was ich weiß, habe ich von spirituellen Lehrern gelernt, und ich bin ihnen dankbar dafür. Doch ich möchte dieses Wissen nicht einfach übernehmen und weitergeben. Viele Lehren sind in einer anderen Zeit und für andere Lebensumstände entstanden – für Menschen, die ihren Weg nicht zwischen Erwerbsarbeit, Familie, Bildschirmen und einer Flut an Informationen finden mussten. Deshalb frage ich mich immer wieder: Was davon trägt heute noch? Was muss man neu verstehen? Und was sollte man besser loslassen?
Diese Fragen führen mich zwangsläufig zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Esoterik und Energetik. Esoterik beschäftigt sich für mich mit Wissen über die Welt, die Energetik ist eine sehr spezielle Form der Arbeit mit den Energien, die in dieser Welt existieren. Beide sind wertvoll, doch beide sind fehlbar und haben ihre natürlichen Grenzen. Werden diese Grenzen verschwiegen, entsteht leicht ein Wissen, das grausam ist – meist, ohne dass es jemand beabsichtigt.
Man kennt die Sätze: „Du hast dir deine Krankheit selbst erschaffen.“ „Du ziehst an, was du ausstrahlst.“ „Wenn es nicht funktioniert, hast du nicht genug an dir gearbeitet.“ Gemeint sind sie oft als Ermutigung zur Selbstverantwortung. Doch wer schwer krank ist, seine Arbeit verloren hat oder in einer Beziehung verletzt wurde, hört darin vor allem eines: Du bist selbst schuld. Aus einem Werkzeug der Heilung wird so eine zusätzliche Last, und ich erlebe immer wieder, wie viel Scham solche Botschaften hinterlassen.
Ein Beispiel aus meiner Arbeit mit der Wut zeigt, wo ich die Grenze ziehe. Du kannst direkt mit der energetischen Form der Wut arbeiten, und meine geführten Meditationen zeigen dir, wie das möglich ist. Doch wenn jemand ständig deine Grenzen verletzt, dann ist deine Wut berechtigt. In diesem Fall geht es weniger darum, an dir selbst zu arbeiten, sondern darum, den Mut zu finden, deine Grenzen zu verteidigen – durch eine klare und geerdete Kommunikation mit dem Menschen, der sie verletzt. Und manchmal auch darum, anzuerkennen, dass du andere Menschen und die Welt nicht nach deinen Vorstellungen verändern kannst.
Hier beginnt für mich der eigentliche spirituelle Weg – ein Weg, der durch die Kommerzialisierung der Spiritualität zunehmend in den Hintergrund geraten ist. Er bestand für mich nie darin, alle Ziele zu erreichen oder gar den Tod zu überwinden. Es ging immer darum, sich dem eigenen Schatten zu stellen, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich mit der eigenen Macht ebenso auseinanderzusetzen wie mit der eigenen Machtlosigkeit: Was kann ich an mir und in meinem Leben verändern? Und wo beginnt der Bereich, den ich nicht kontrollieren kann?
Dazu gehört auch, Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln, wenn eine Veränderung trotz aller Bemühungen ausbleibt, und eine kluge Form der Akzeptanz zu üben. Kluge Akzeptanz bedeutet nicht, alles hinzunehmen oder einem Menschen weiterhin zu erlauben, die eigenen Grenzen zu verletzen. Sie kann bedeuten, eine Beziehung zu verlassen, eine Arbeit zu kündigen oder einen Umzug in Kauf zu nehmen. Sie verweigert sich nicht der Wirklichkeit, sondern stellt eine nüchterne Frage: Mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen – was ist der beste Umgang mit dieser Situation?
Meine Auseinandersetzung mit der modernen Spiritualität ist nie abgeschlossen, und du kannst sie auf verschiedenen Wegen mitverfolgen. In meinen Büchern führe ich meine Gedanken ausführlich aus, im Webradio Sinnfunk spreche ich mit anderen Menschen darüber, und auf meinem Blog und meinem Substack schreibe ich über das, was mich gerade beschäftigt. Dabei geht es mir immer um dasselbe: geerdet, seriös und sachlich über Spiritualität zu sprechen, ihre Grenzen klar zu benennen und zu zeigen, dass der spirituelle Weg weder einen bestimmten Meister noch besonders viel Geld braucht.